Ein Bioethanol-Kamin hat echte Nachteile, und wer sie vor dem Kauf kennt, ist hinterher zufriedener. Die wichtigsten: Er heizt nicht, er kostet im Betrieb mehr als jeder andere Kamin, er verbraucht Sauerstoff und verlangt Lüften, und beim Nachfüllen passieren die Unfälle. Keiner dieser Punkte spricht gegen den Ethanolkamin als Stimmungsfeuer. Alle sprechen gegen ihn als Ersatz für einen Kamin.

Die sieben Nachteile im Überblick

  1. Keine gespeicherte Wärme. Die Wärme ist mit der Flamme weg. Wer heizen will, ist beim falschen Gerät. Die Zahlen: Kann man mit Bioethanol heizen?
  2. Hohe Betriebskosten. 4 bis 8 Euro pro Abend, 250 bis 750 Euro pro Saison. Holz kostet ein Fünftel davon.
  3. Lüften ist Pflicht. Die Verbrennung bleibt im Raum. Kohlendioxid, Wasserdampf und Spuren von Kohlenmonoxid müssen raus, etwa einmal pro Stunde.
  4. Unfallrisiko beim Nachfüllen. Die meisten Verletzungen entstehen, wenn Ethanol in einen warmen oder brennenden Brenner gegossen wird.
  5. Kein Knistern, kein Holzgeruch. Die Flamme ist echt, das Erlebnis ist stiller als beim Holzfeuer.
  6. Feuchtigkeit. Ein Liter Ethanol setzt fast einen Liter Wasser als Dampf frei. In dichten Räumen kann das zu beschlagenen Fenstern führen.
  7. Kurze Lebensdauer bei Billiggeräten. Dünne Brenner verziehen sich, Dichtungen werden spröde, Lack vergilbt. Nach zwei bis drei Jahren ist das Baumarktgerät oft am Ende.

Ist ein Bioethanol-Kamin gefährlich?

Ein Ethanolkamin nach DIN EN 16647 ist bei richtiger Bedienung nicht gefährlicher als ein Gasherd. Die Norm verlangt eine Flammensperre im Brenner, begrenzt die Brennstoffmenge, schreibt Standsicherheit vor und regelt die Abstände zu brennbaren Materialien. Geräte ohne diese Kennzeichnung, oft aus Fernost und im Internet für unter 100 Euro, erfüllen diese Anforderungen meist nicht.

Die häufigsten Unfallursachen laut Feuerwehr und Verbraucherzentrale: Nachfüllen bei warmem Brenner, Kanister neben dem Kamin, Kinder oder Haustiere am Gerät, umgestoßene Tischkamine, Vorhänge in Flammennähe. Alle fünf lassen sich vermeiden. Ein automatischer Brenner mit Pumpe, Tank und Sensoren nimmt Ihnen die gefährlichste Handlung ab, das Nachfüllen, und schaltet bei Erschütterung oder Überhitzung von selbst ab.

Gesundheit: CO2, CO, Feinstaub

Bei der Verbrennung von Bioethanol entstehen hauptsächlich Kohlendioxid und Wasserdampf. In geringen Mengen entstehen auch Kohlenmonoxid, Stickoxide, Formaldehyd und Benzol, vor allem bei minderwertigem Brennstoff und unvollständiger Verbrennung. Das Umweltbundesamt hat Ethanolkamine 2013 untersucht und empfohlen, sie nur in gut belüfteten Räumen und nicht dauerhaft zu betreiben. Die Werte lagen bei sachgemäßer Nutzung unter den Grenzwerten, in kleinen Räumen ohne Lüftung darüber.

Praktisch heißt das: Fenster kippen oder stündlich stoßlüften, nicht in Räumen unter 20 Quadratmetern brennen lassen, nicht im Schlafzimmer, nicht beim Einschlafen. Ein CO-Melder kostet 20 Euro und gehört in jeden Raum mit offener Flamme. Wer Asthma hat oder kleine Kinder, sollte auf den Ethanolkamin verzichten oder ihn auf die Terrasse stellen.

Geruch: Woher er kommt und wie man ihn vermeidet

Ein guter Ethanolkamin riecht kaum. Ein kurzer Alkoholgeruch beim Anzünden und ein leichter Geruch nach dem Löschen sind normal. Riecht es während des Brennens deutlich, hat das drei mögliche Ursachen: Der Brennstoff enthält Vergällungsmittel oder Wasser, der Brenner wird zu heiß, oder die Keramikwolle im Brenner ist verschmutzt. Abhilfe: Bioethanol mit mindestens 96 Prozent Reinheit aus dem Fachhandel, Flamme etwas drosseln, Brenner reinigen.

Bioethanol-Kamin in der Mietwohnung

Rechtlich ist ein Ethanolkamin in der Mietwohnung erlaubt. Er verändert die Bausubstanz nicht, braucht keinen Schornstein und keine Abnahme. Drei Dinge sollten Sie trotzdem prüfen: Verbietet der Mietvertrag offene Flammen? Steht in der Hausordnung etwas zu Feuerstellen? Deckt Ihre Hausratversicherung Schäden durch Dekofeuer ab? Bei Wandkaminen kommt hinzu, dass Sie bohren müssen und die Wand beim Auszug wiederherstellen.

Der Ethanolkamin ist die einzige Möglichkeit für echtes Feuer in einer Mietwohnung ohne Schornstein. Wer also zur Miete wohnt und Feuer will, ist hier richtig. Wer Eigentum hat oder plant, sollte vorher prüfen, ob es nicht doch einen Weg zum Schornstein gibt: Welcher Kamin ohne Schornstein passt zu Ihnen?

Erfahrungen: Was Nutzer nach einem Jahr sagen

In Beratungsgesprächen und Foren wiederholen sich die Aussagen. Positiv: die schnelle Flamme, keine Asche, kein Holz schleppen, überall aufstellbar. Negativ: die Wärme fehlt, die Ethanolkosten summieren sich, der Brenner des günstigen Geräts ist nach zwei Wintern verzogen, das Nachfüllen nervt. Viele nutzen den Kamin nach dem ersten Winter seltener. Wer eine Einbaulösung mit Automatikbrenner gewählt hat, ist zufriedener, weil das Feuer auf Knopfdruck kommt und die Sicherheitsfragen wegfallen.

Thomas Widmer kennt das Muster von Öfen allgemein: „Man hat oft Käufer, die im Internet fündig geworden sind und die dann eine bittere Pille schlucken: Jetzt schmeiße ich meinen zwei, drei, fünf Jahre alten Ofen doch wieder raus, weil es ein Griff ins Klo war.“ Bei Ethanolkaminen ist das noch häufiger, weil das Angebot noch größer und die Preise noch niedriger sind.

Wann der Ethanolkamin trotz allem richtig ist

Wenn es keinen Schornstein gibt und keinen geben kann. Wenn Sie Feuer als Stimmung wollen und Wärme von der Heizung. Wenn Sie ein Gerät wählen, das die Norm erfüllt, aus dem Fachhandel kommt und einen Brenner hat, der mehr als zwei Winter übersteht. Dann ist der Ethanolkamin eine gute Sache, und die Nachteile stören nicht, weil Sie sie kennen.

Unser Vorschlag für diesen Fall: der kiimoto riton Bioethanol, aus 8-mm-Stahl, handgefertigt in Ostrach. Und für alle, die noch nicht sicher sind, ob Ethanol das Richtige ist: Bioethanol-Kamin: ehrlich erklärt.

Häufige Fragen

Wie oft muss ich bei einem Bioethanol-Kamin lüften?

Etwa einmal pro Stunde stoßlüften oder ein Fenster gekippt lassen. In Räumen unter 20 Quadratmetern häufiger.

Kann ein Bioethanol-Kamin explodieren?

Der Kamin selbst nicht. Ethanoldämpfe können sich beim Nachfüllen in einen warmen Brenner entzünden, das nennt man Verpuffung. Brenner abkühlen lassen, dann ist das ausgeschlossen.

Ist ein Bioethanol-Kamin für Kinder gefährlich?

Die offene Flamme ist so gefährlich wie jede Kerze, nur größer. Standkamine mit Glas und Automatikbrenner sind sicherer als Tischkamine. Nie unbeaufsichtigt lassen.

Brauche ich einen Rauchmelder oder CO-Melder?

Rauchmelder sind ohnehin Pflicht. Ein CO-Melder ist bei regelmäßiger Nutzung sinnvoll und kostet etwa 20 Euro.

Sie wollen, dass es auch warm wird?

Bioethanol macht Stimmung, ein Speicherkamin macht Wärme, bis zu 24 Stunden nach dem Abbrand. Drei Fragen entscheiden, was zu Ihrem Zuhause passt:

  1. Haben Sie eine Außenwand für eine Abgasleitung? Dann Gaskamin.
  2. Lässt sich ein Schornstein nachrüsten? Dann kiimoto Speicherkamin.
  3. Beides nein? Dann kiimoto riton Bioethanol.

Welcher Kamin ohne Schornstein passt zu Ihnen? · Die kiimoto Typen · Termin in der Ausstellung Ostrach