Die kurze Antwort: Ein Bioethanol-Kamin gibt Wärme ab, solange er brennt, etwa so viel wie ein kleiner Heizlüfter. Er kann einen Raum an einem kühlen Abend angenehm temperieren. Er kann keine Heizung ersetzen, und er speichert keine Wärme. Wer mit Feuer heizen will, braucht einen Kamin, der die Energie des Brennstoffs festhält. Hier sind die Zahlen.

Was die kW-Angabe beim Bioethanol-Kamin bedeutet

Hersteller geben für Ethanolkamine Heizleistungen von 1,5 bis 5 kW an. Die Zahl ist rechnerisch richtig und praktisch irreführend. Sie ergibt sich aus dem Brennstoffverbrauch: Ein Liter Bioethanol enthält rund 6 Kilowattstunden Energie. Ein Brenner, der 0,5 Liter pro Stunde verbraucht, setzt also 3 kW um. Ein Brenner mit 0,8 Litern pro Stunde kommt auf knapp 5 kW.

Der Haken: Diese Leistung erreicht der Kamin nur bei voll geöffneter Flamme, und dann ist die Füllung in zwei Stunden verbrannt. Wer die Flamme drosselt, damit der Abend länger dauert, halbiert die Leistung. Ein „5-kW-Ethanolkamin“ läuft die meiste Zeit mit 1,5 bis 2 kW. Und die Wärme geht dorthin, wo warme Luft immer hingeht: an die Decke und beim nächsten Lüften nach draußen.

Bioethanol-Kamin, Kaminofen, Speicherkamin: die Rechnung

Um zu verstehen, warum Ethanol nicht heizt, obwohl die kW-Zahl ähnlich klingt, hilft ein Vergleich über einen Abend mit vier Stunden Feuer:

  Bioethanol-Kamin Kaminofen (Holz) kiimoto Speicherkamin
Brennstoff für 4 Stunden Feuer 1,5 bis 2 Liter Ethanol 8 bis 10 kg Holz 6 bis 8 kg Holz
Energie im Brennstoff ca. 10 kWh ca. 36 kWh ca. 28 kWh
Wirkungsgrad nahezu 100 %, aber ohne Speicherung 75 bis 85 % über 90 %
Nutzbare Wärme ca. 10 kWh ca. 28 kWh ca. 25 kWh
Wärmeabgabe nach dem Feuer keine 1 bis 2 Stunden 10 bis 15 Stunden
Lüften nötig ja, jede Stunde nein nein
Brennstoffkosten pro Abend 4 bis 8 Euro 1 bis 2 Euro 1 bis 1,50 Euro

Die entscheidende Zeile ist die vorletzte. Beim Ethanolkamin ist die Wärme in dem Moment weg, in dem die Flamme aus ist. Beim Speicherkamin hat der Ofen die Wärme in seiner Masse gespeichert und gibt sie über die Nacht ab. Thomas Widmer: „Will ich einfach großes Feuer sehen, oder will ich eine Feuerstätte, die die Wärme lang anhält? Die dafür sorgt, dass ich mit einem Feuer 10, 12, 15 Stunden warm habe.“

Warum der Wirkungsgrad allein nichts sagt

Ein Ethanolkamin hat auf dem Papier den besten Wirkungsgrad von allen: Er hat keinen Schornstein, also verliert er keine Wärme durch den Abzug. Nur nützt das nichts, wenn die Verbrennungsprodukte im Raum bleiben. Kohlendioxid und Wasserdampf müssen raus, also lüften Sie, und mit der Luft geht die Wärme. Der echte Wirkungsgrad eines Ethanolkamins im Wohnzimmer liegt deshalb weit unter der Theorie.

Beim Speicherkamin ist es umgekehrt. Er hat einen Schornstein, verliert also einen Teil der Wärme nach oben. Aber er holt aus jedem Scheit das Maximum heraus: „Man kann Holz nur einmal verheizen. Die Frage ist: Wie viel Wärme hole ich aus diesem einen Scheit raus? Unser Anspruch ist, über 90 Prozent der Energie nutzbar zu machen.“ Und weil die Wärme im Speicher bleibt, muss er nicht dauernd brennen. „Das bedeutet, dass ich beim zehnten Scheit vielleicht drei Scheite weniger heizen musste.“ Wie lange ein kiimoto die Wärme hält, haben wir gemessen: Speicherdauer eines kiimoto Speicherkamins.

Bioethanol-Ofen zum Heizen: Wann es trotzdem geht

Es gibt Situationen, in denen ein Ethanolkamin als Zusatzwärme sinnvoll ist. Ein kleines Büro oder Gästezimmer von 12 bis 15 Quadratmetern, das selten genutzt wird, lässt sich mit 2 kW in einer halben Stunde spürbar erwärmen. Ein Wintergarten oder eine überdachte Terrasse in der Übergangszeit wird angenehmer. Ein Bad am Morgen. In all diesen Fällen geht es um kurze Zeit und kleinen Raum, und die Brennstoffkosten fallen nicht ins Gewicht.

Was nicht geht: ein Wohnzimmer von 30 Quadratmetern an einem Januarabend warm bekommen, die Heizung im Herbst ausgeschaltet lassen, den Heizölverbrauch senken. Wer das will, rechnet mit 5 bis 8 Euro Brennstoff pro Abend und bekommt trotzdem keine gespeicherte Wärme. Für dieselben Kosten heizt ein Speicherkamin eine ganze Woche.

Verbrauch: Was kostet der Betrieb wirklich?

Ein Ethanolkamin verbraucht 0,3 bis 0,8 Liter pro Stunde. Bioethanol kostet im 10-Liter-Kanister zwei bis drei Euro pro Liter, in Flaschen aus dem Baumarkt bis zu fünf. Bei drei Abenden pro Woche mit je drei Stunden sind das 4 bis 7 Liter pro Woche, also 10 bis 30 Euro. Über eine Heizsaison von 25 Wochen kommen 250 bis 750 Euro zusammen, für Wärme, die nicht bleibt.

Ein Speicherkamin verbraucht bei täglichem Feuer drei bis vier Raummeter Holz pro Winter, das sind 250 bis 400 Euro. Dafür bekommen Sie ein Wohnzimmer, das rund um die Uhr warm ist, und eine Heizung, die weniger läuft. „Unsere Kunden sprechen von 20, 30, 40 Prozent weniger Holzverbrauch als früher. Und man hört Dinge wie: viel weniger Staub.“

Die richtige Entscheidung

Wenn Sie nach „Bioethanol-Kamin zum Heizen“ suchen, ist Ethanol vermutlich nicht die richtige Lösung. Der Wunsch nach Wärme ist berechtigt, das Werkzeug ist falsch. Die Frage ist dann nicht, welcher Ethanolkamin am meisten heizt, sondern ob es einen Weg zum Kamin mit Schornstein gibt. Oft gibt es ihn: Ein Gaskamin braucht nur eine Außenwand, ein Edelstahlschornstein ist in zwei Tagen montiert. Beide Wege erklärt die Brückenseite bei Widmer Ofenbau: Welcher Kamin ohne Schornstein passt zu Ihnen?

Und wenn es beim Ethanol bleibt, weil kein Schornstein möglich ist, dann bitte ein Gerät, das die Stimmung liefert, ohne Ärger zu machen: den kiimoto riton Bioethanol. Alles Grundsätzliche zum Thema steht im Ratgeber Bioethanol-Kamin: ehrlich erklärt.

Häufige Fragen

Wie viel kW hat ein Bioethanol-Kamin?

Zwischen 1,5 und 5 kW bei voller Flamme. Im gedrosselten Betrieb, der für einen Abend nötig ist, 1,5 bis 2 kW.

Reicht ein 5-kW-Bioethanol-Kamin für 30 Quadratmeter?

Für eine kurze Erwärmung ja, zum Heizen nein. Die 5 kW liegen nur bei voller Flamme an, die Füllung reicht dann zwei Stunden, und Sie müssen stündlich lüften.

Macht ein Bioethanol-Ofen warm?

Ja, in unmittelbarer Nähe spürbar, wie ein Heizlüfter. Die Wärme verschwindet aber, sobald die Flamme aus ist.

Was ist die günstigste Art, mit Feuer zu heizen?

Ein Holz-Speicherkamin. Er kostet pro Abend etwa ein Fünftel eines Ethanolkamins und hält die Wärme bis zum nächsten Morgen.

Sie wollen, dass es auch warm wird?

Bioethanol macht Stimmung, ein Speicherkamin macht Wärme, bis zu 24 Stunden nach dem Abbrand. Drei Fragen entscheiden, was zu Ihrem Zuhause passt:

  1. Haben Sie eine Außenwand für eine Abgasleitung? Dann Gaskamin.
  2. Lässt sich ein Schornstein nachrüsten? Dann kiimoto Speicherkamin.
  3. Beides nein? Dann kiimoto riton Bioethanol.

Welcher Kamin ohne Schornstein passt zu Ihnen? · Die kiimoto Typen · Termin in der Ausstellung Ostrach