Kachelofentage: am 25. und 26. September 2026 stehen Sie zum ersten Mal vor einem brennenden Speicherofen. Und dann? Die meisten schauen aufs Feuer, finden es schön und gehen wieder. Schade, denn in zehn Minuten vor Ort erfahren Sie mehr über einen Ofen als in zehn Stunden im Internet. Wenn Sie wissen, wonach Sie schauen.
Ich baue seit fast zwanzig Jahren Speicheröfen und Speicherkamine. Das hier sind die sieben Dinge, die ich selbst prüfen würde, wenn ich an den Kachelofentagen fremde Ausstellungen besuche. Sie brauchen dafür kein Fachwissen, nur Ihre Hände und ein paar Fragen.
Test 1: Hand auf die Oberfläche
Legen Sie die flache Hand auf die Außenhülle des Ofens, nicht in Scheibennähe, sondern seitlich oder hinten. Bei einem echten Speicherofen ist die Fläche warm, aber Sie können die Hand liegen lassen. Sechzig, siebzig Grad, mehr nicht. Das ist Strahlungswärme, die über Stunden kommt.
Wenn Sie die Hand sofort wegziehen müssen, steht vor Ihnen ein Kaminofen aus Stahl. Der gibt seine Wärme schnell und heiß ab und ist zwei Stunden nach dem letzten Scheit kalt. Kein schlechtes Gerät, aber ein anderes.
Test 2: Fragen, wann zuletzt eingefeuert wurde
Das ist die wichtigste Frage des Tages. Ein Ofen, der um neun angezündet wurde und um vierzehn Uhr noch warm ist, hat Speichermasse. Einer, in dem gerade nachgelegt wurde, sagt Ihnen nichts. Bei einem kiimoto reicht es, zwei- bis dreimal am Tag einzufeuern. Dazwischen arbeitet der Speicher.
Fragen Sie ruhig auch, wie viele Kilo Speichermasse im Ofen stecken. Ein Ofenbauer, der das aus dem Kopf weiß, hat sich mit seinem Ofen beschäftigt.
Test 3: Die Scheibe anschauen
Ist die Scheibe klar oder schwarz verrußt? Eine saubere Scheibe bei einem Ofen, der seit Stunden brennt, bedeutet: Die Verbrennung stimmt, die Scheibenspülung funktioniert. Eine schwarze Scheibe kann am Holz liegen, häufiger liegt sie an der Luftführung. Das ist etwas, das Sie zu Hause jeden Tag sehen werden.
Test 4: Sich hinsetzen und zwei Minuten nichts tun
Klingt albern, ist der beste Test. Setzen Sie sich zwei, drei Meter vom Ofen weg. Spüren Sie die Wärme im Gesicht und an den Händen, obwohl die Luft im Raum gar nicht heiß ist? Das ist der Unterschied zwischen Strahlungswärme und Konvektion. Strahlungswärme wärmt Sie, nicht die Luft. Deshalb fühlen sich zwanzig Grad neben einem Speicherofen an wie dreiundzwanzig neben einem Heizkörper.
Test 5: Fragen, wer den Ofen gebaut hat
Nicht die Marke, sondern die Hände. Steht der Ofen als Serienprodukt in der Ausstellung, oder hat der Betrieb ihn selbst gebaut? Wer selbst fertigt, kann Ihnen den Ofen an Ihren Raum anpassen: Breite, Höhe, Sitzbank, Kachel, Putz, Stein. Bei uns in Ostrach entstehen die kiimoto in der eigenen Werkstatt, zuschneiden, kanten, schweißen, alles im Haus. Das ist nicht der einzige richtige Weg, aber Sie sollten wissen, welchen der Betrieb geht.
Test 6: Fragen, ob das Feuer bleiben darf
Viele wünschen sich das große Flammenbild vom Kamin, haben aber gelesen, dass der Kachelofen das bessere Heizgerät ist. Fragen Sie den Ofenbauer, ob es beides gibt. Es gibt beides. Ein Speicherkamin ist innen ein Kachelofen mit Speichermasse und außen ein Kamin mit großer Scheibe. Wie sich die Bauarten unterscheiden, haben wir hier aufgeschrieben: Kamin oder Kachelofen? Und wenn Sie Kacheln mögen, geht auch das: kiimoto als Kachel-Kamin.
Test 7: Nach Feinstaub fragen
Die Frage stellt kaum jemand, dabei entscheidet sie, ob Ihr Ofen in zehn Jahren noch laufen darf. Fragen Sie, wie der Brennraum die Verbrennung sauber hält und was der Ofen an Feinstaub ausstößt. Ein Ofenbauer, der darauf ausweicht, hat sich mit dem Thema nicht beschäftigt.
Wir haben uns damit ein paar Jahre beschäftigt. In einem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz geförderten Forschungsprojekt haben wir eine feinstaubreduzierende Kamintechnologie entwickelt, „Kamin 2.0“. Dass ein kleiner Handwerksbetrieb aus Ostrach so etwas stemmt, hätten wir selbst nicht geglaubt. Mehr dazu: Forschungsprojekt erfolgreich abgeschlossen.
Kaminofen, Kachelofen, Speicherkamin: der Unterschied auf einen Blick
| Kaminofen (Stahl) | Klassischer Kachelofen | kiimoto Speicherkamin | |
|---|---|---|---|
| Wärme | schnell heiß, schnell kalt (Konvektion) | Strahlungswärme über Stunden | Strahlungswärme über Stunden |
| Feuer sehen | ja, große Scheibe | klein oder gar nicht | ja, große Scheibe |
| Einfeuern | ständig nachlegen | zwei- bis dreimal am Tag | zwei- bis dreimal am Tag, mit kiimoto recharge einmal anheizen für 24 Stunden Wärme |
| Oberfläche | zu heiß zum Anfassen | anfassbar warm | anfassbar warm |
| Hülle | Stahl, Serie | Kacheln, gemauert | Beton, patinierter Stahl, Kachel, Putz, Lamellen, raumhoch, schwebend |
| Ganzes Haus heizen | ein Raum | ja, mit Nachheizflächen | ja, mit kiimoto plus über 200 m², auch Niedrigenergiehaus |
| Gebaut von | Fabrik | Ofenbauer vor Ort | Werkstatt Ostrach, individuell nach Raum |
Was Sie bei kiimoto konkret testen können
Damit Sie an den Kachelofentagen wissen, wovon wir reden, wenn Sie bei uns stehen:
kiimoto ignition ist unser selbst entwickelter Brennraum. Das ist der Teil, den Sie in Test 3 prüfen: klare Scheibe, ruhiges, volles Flammenbild.
kiimoto recharge ist der Speicher. Einmal anheizen, 24 Stunden Wärme. Das ist Test 1 und 2: Hand auflegen und fragen, wann zuletzt Holz reinkam.
kiimoto plus verteilt die Wärme über mehr als 200 m². Für alle, die nicht nur das Wohnzimmer, sondern das Haus heizen wollen, gerade im Niedrigenergiehaus, wo ein normaler Ofen schnell zu viel wird.
Die Hülle wählen Sie: klassik, flame, raumhoch, arton, riton, furnitura, in Beton, patiniertem Stahl oder Kachel. Für draußen gibt es kiimoto outdoor. Gefertigt wird alles im Ostrachtal, mit Ökostrom von den eigenen Dächern. Wie das aussieht: Einblicke ins Atelier.
Was Sie mitnehmen sollten
- Ein Handyfoto vom Raum, in dem der Ofen stehen soll, am besten mit der Wand, an die er kommt.
- Die ungefähren Maße des Raums oder einen Grundriss.
- Wenn vorhanden: den letzten Bescheid vom Schornsteinfeger. Da steht drin, was Ihr Kamin kann.
- Eine ehrliche Antwort auf die Frage: Wie oft will ich am Tag nachlegen?
Mit diesen vier Dingen wird aus dem Schauen ein Gespräch, und aus dem Gespräch meistens ein Vorschlag, der zu Ihrem Haus passt.
Kachelofentage in Ostrach: Wo Sie die Tests machen können
Bei uns steht ein kiimoto den ganzen Tag unter Feuer, Sie können alle sieben Tests durchgehen. Termin, Gewinnspiel und Adressen: Kachelofentage 2026 bei Widmer Ofenbau. Wer aus Oberschwaben kommt und lieber am Wochenende unterwegs ist: Am Sonntag, 20. September, sind wir zur Gewerbeschau Ostrach von 11 bis 18 Uhr geöffnet, Ausstellung und Werkstatt.
Alle anderen teilnehmenden Ofenbauer finden Sie auf kachelofentage.de. Nehmen Sie die Tests einfach mit.
Thomas Widmer, Ofen- und Luftheizungsbauermeister
Kurz gefragt
Woran erkenne ich in der Ausstellung einen Speicherofen?
An der Oberfläche: warm, aber anfassbar, auch Stunden nach dem Einfeuern. Ein Stahl-Kaminofen ist dagegen zu heiß zum Anfassen und kurz darauf kalt.
Wie lange speichert ein Speicherkamin die Wärme?
Je nach Masse acht bis zwölf Stunden. Zwei- bis dreimal einfeuern am Tag reicht für durchgehende Wärme.
Ist ein Speicherkamin dasselbe wie ein Kachelofen?
Technisch verwandt: Beide heizen über Speichermasse und Strahlungswärme. Der Speicherkamin hat zusätzlich eine große Sichtscheibe und muss außen keine Kacheln haben, kann aber.
Kann ich einen Speicherofen mit einer Wärmepumpe kombinieren?
Ja. Die Wärmepumpe macht die Grundlast, der Ofen die kalten Tage, an denen die Pumpe am meisten Strom zieht.
Sind Kachelöfen und Speicherkamine ein Feinstaub-Problem?
Entscheidend ist der Brennraum. Eine saubere, heiße Verbrennung mit richtiger Luftführung erzeugt deutlich weniger Feinstaub als ein schwelendes Feuer. kiimoto hat dafür in einem BMWK-geförderten Projekt eine feinstaubreduzierende Kamintechnologie entwickelt.
Was kostet ein Speicherkamin?
Das hängt an Größe, Speichermasse, Hülle und Einbau, seriös lässt sich das nur nach einem Blick auf Ihren Raum sagen. Genau dafür sind die Kachelofentage da.